Blüten der Vogelmiere

Die Vogelmiere (Stellaria media) gehört zu den bekanntesten Wildkräutern Europas. Sie wächst in Gärten, auf Feldern und an Wegrändern oft in dichten grünen Teppichen. Viele Menschen entfernen sie als Unkraut – dabei ist die Vogelmiere ein wertvolles Wildgemüse und ein traditionell genutztes Heilkraut.

Schon früh im Jahr, oft bereits im Spätwinter, treibt die Pflanze neue Triebe aus. Dadurch gehört sie zu den ersten frischen Wildkräutern im Jahr und wurde früher besonders im Frühjahr gesammelt. Ihr milder Geschmack und die zarten Blätter machen sie zu einer beliebten Zutat für Salate, Kräutergerichte und Smoothies.

Auch in der Volksheilkunde spielte die Vogelmiere eine Rolle. Vor allem bei Hautproblemen und zur Unterstützung des Stoffwechsels wurde sie traditionell verwendet.

Andere Namen:

Die Vogelmiere hat im Volksmund viele Namen, zum Beispiel: Hühnerdarm, Sternmiere, Mäusedarm oder Hühnerkraut.

Familie:

Nelkengewächse (Caryophyllaceae)

Beschreibung:

Die Vogelmiere ist eine zarte, kriechend wachsende Pflanze mit kleinen, ovalen, hellgrünen Blättern. Typisch sind ihre winzigen weißen Blüten, deren fünf tief eingeschnittene Blütenblätter wie kleine Sterne aussehen. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal ist der dünne Stängel mit einer einzelnen feinen Haarlinie, die entlang einer Seite verläuft.

Die Vogelmiere ist nicht nur ein schmackhaftes Wildkraut, sondern auch reich an wertvollen Inhaltsstoffen. Besonders hervorzuheben ist ihr hoher Gehalt an Vitamin C, der sie früher zu einer geschätzten Frühlingspflanze machte, wenn nach dem Winter frische Vitamine knapp waren. Daneben enthält sie auch Provitamin A sowie verschiedene Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Eisen, die für viele wichtige Körperfunktionen benötigt werden.

Darüber hinaus finden sich in der Pflanze sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Saponine. Diese werden mit verschiedenen gesundheitsfördernden Eigenschaften in Verbindung gebracht und spielen auch in der traditionellen Pflanzenheilkunde eine Rolle. Auch Kieselsäure ist in der Vogelmiere enthalten, die unter anderem für Haut, Haare und Bindegewebe von Bedeutung ist.

Durch diese Kombination an Vitaminen, Mineralstoffen und Pflanzenstoffen gilt die Vogelmiere als nährstoffreiches Wildkraut, das eine abwechslungsreiche Ernährung auf natürliche Weise bereichern kann.

in der Volksheilkunde
In der traditionellen Volksheilkunde wurde die Vogelmiere sowohl innerlich als auch äußerlich genutzt. Besonders bekannt ist ihre Anwendung bei Hautproblemen. Frische Pflanzen wurden häufig zerdrückt und als Umschlag auf die Haut gelegt. Solche Anwendungen kamen beispielsweise bei Juckreiz, kleineren Entzündungen oder Hautreizungen zum Einsatz. Die kühlende und beruhigende Wirkung der frischen Pflanze wurde dabei besonders geschätzt. Auch als Tee wurde Vogelmiere gelegentlich verwendet. In der Volksheilkunde galt sie als leicht stoffwechselanregend und unterstützend für die Ausscheidung. Aufgrund der enthaltenen Saponine wurde ihr außerdem eine milde reinigende Wirkung zugeschrieben. Heute wird die Vogelmiere vor allem noch in der Naturkosmetik oder in selbst hergestellten Kräutersalben verwendet.

Vogelmiere-Umschlag bei Hautreizungen

Zutaten

1 Handvoll frische Vogelmiere, etwas warmes Wasser, sauberes Tuch

Anwendung

Die frische Vogelmiere fein zerdrücken oder mörsern. Mit wenig warmem Wasser zu einem Brei vermischen. Auf ein Tuch streichen und auf die betroffene Hautstelle legen.

Der Umschlag kann etwa 15–20 Minuten einwirken.

in der Küche

Frischer Vogelmieresalat

Zutaten:

2 Handvoll Vogelmiere

1 kleine Tomate

½ Gurke

1 Frühlingszwiebel

2 EL Olivenöl

1 EL Zitronensaft

Salz und Pfeffer

Zubereitung: Die Vogelmiere gründlich waschen und grob schneiden. Gemüse klein schneiden und alles miteinander vermischen. Mit Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.

Vogelmiere-Eis

Eines meiner Lieblingsrezepte! Es ist von Karin Greiner von Pflanzenlust.

1 Bund Vogelmiere
5 unbehandelte Limetten
1 Esslöffel Zitronat
80 g Zucker
40 ml Weißwein
1 Eiweiß
1 Prise Salz
100 g Creme double

  • Vogelmiere grob hacken, mit wenig Wasser in einem Mixer kräftig mixen. Durch ein Sieb drücken, den Saft auffangen.
  • Von zwei Limetten die Schale abreiben. Limetten auspressen. Zitronat sehr fein hacken.
  • Zucker und Wein in einem Topf unter Rühren zum Kochen bringen, Limettenschale zugeben und abkühlen lassen. Dann 40 ml Vogelmierensaft sowie den Limettensaft dazugeben.
  • Eiweiss mit dem Salz halb steif schlagen.
  • Crème double und das Eiweiss nach und nach unter die Flüssigkeit rühren.
  • Die Masse in Eiswürfelschalen gießen. Tiefkühlen, dann die Würfel leicht angetaut kräftig aufmixen. In eine Form füllen und erneut tiefkühlen.

Wusstest du?

Vogelmiere
Bild von WikimediaImages auf Pixabay

Die Vogelmiere gehört zu den ausdauerndsten Wildpflanzen im Garten. Eine einzelne Pflanze kann bis zu 10.000–20.000 Samen bilden, die mehrere Jahre im Boden keimfähig bleiben. Besonders erstaunlich: Bereits etwa 5–6 Wochen nach der Keimung kann sie wieder blühen und neue Samen produzieren. Dadurch entstehen in einem Jahr oft mehrere Generationen – ein Grund, warum Vogelmiere fast das ganze Jahr über zu finden ist.

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